Rechnungshof‑Prüfung der Traunseetram – Kosten, Nutzen und Steuerungsdefizite
abgestimmt am
19.05.2021
Zusammenfassung
Der Rechnungshof prüfte von 2018‑2019 das Traunseetram‑Projekt in Gmunden. Das Vorhaben verbindet zwei bestehende Bahnstrecken, kostete insgesamt 169 Mio. EUR und weist trotz moderater Fahrgastzahlen ein negatives Nutzen‑Kosten‑Verhältnis auf. Der Bericht kritisiert die Kosten‑Transparenz, Vergabepraxis und fordert umfassendere Wirtschaftlichkeitsprüfungen.
einfache MehrheitXXVII19.05.2021
Bericht
Schienentransport
Haushaltskontrolle
Schwerpunkte
Projektüberblick: Die Traunseetram verbindet die Straßenbahn Gmunden (2,3 km) mit der Lokalbahn Gmunden‑Vorchdorf (14,9 km) über eine 800‑m‑Durchbindungsstrecke.
Kosten: Gesamtkosten von 169,07 Mio. EUR (2003‑2030); dafür fallen 71,05 Mio. EUR einmalige Investitionen und rund 4,05 Mio. EUR pro Jahr für Betrieb und Unterhalt.
Fahrgastzahlen: Im ersten Betriebsjahr durchschnittlich 2 260 Fahrgäste pro Werktag – deutlich unter den prognostizierten 3 330 und weit unter den Leistungs‑Grenzwerten für Straßenbahnen.
Wirtschaftlichkeit: Die Nutzen‑Kosten‑Analyse, die nur 13,10 Mio. EUR Investitionen berücksichtigte, ergab ein Verhältnis von 1,29; mit den tatsächlichen Kosten von 71,05 Mio. EUR sinkt das Verhältnis auf 0,35 – das Projekt ist unwirtschaftlich.
Diese Rohdaten werden von dem Open-Data Angebot des Österreichischen Parlaments bereitgestellt und sind nach CC-BY 4.0 lizenziert. Der zugehörige Eintrag auf der Parlamentsseite ist bei der Somes-Detailseite im Titel verlinkt.