Scharia‑Verbotsnovelle – Verbot islamischer Rechtsanwendung in Österreich

Zusammenfassung

Der Initiativantrag will das Islamgesetz 2015 und das Internationale‑Privatrechts‑Gesetz ändern, um jede Anwendung der Scharia in Verträgen und im internationalen Privatrecht zu verbieten. Dafür werden neue Paragraphen eingefügt, die die Nichtigkeit solcher Regelungen festlegen und österreichisches Recht vorschreiben.
2/3 Mehrheit XXVIII 07.05.2026
Gesetz
Religion
Verfassung
Bürgerliches Recht
Gesetzgebungsverfahren

Schwerpunkte

  • Der Antrag fügt dem Islamgesetz 2015 einen neuen Paragraphen 2a hinzu, der jede Anwendung der Scharia in Verträgen und sonstigen Rechtsakten für nichtig erklärt und stattdessen österreichisches Recht vorschreibt.
  • Im International‑Privatrechts‑Gesetz wird ein neuer Paragraph 6a eingefügt, der bei Rechtswahl die Anwendung österreichischer Sachnormen vorschreibt und damit eine Umgehung des Verbots über internationale Verträge verhindert.
  • Das Verbot soll die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie den Schutz von Nicht‑Muslimen vor Diskriminierung sicherstellen, weil die Scharia in vielen Bereichen des Zivilrechts benachteiligend wirkt.
  • Durch das Verbot wird der säkulare Charakter des österreichischen Rechtsstaats gestärkt und die Gefahr von Parallel‑Gesellschaften, die eigene Rechtsordnungen etablieren, reduziert.

Reden

5 Reden insgesamt

Pro
Contra
Die FPÖ beantragt eine Novelle des internationalen Privatrechts, um zu verhindern, dass islamische Rechtsnormen über Verträge oder Schiedsgerichte in Österreich angewendet werden. Ziel ist es, unbillige Ergebnisse bei Themen wie Unterhalt oder Familienrecht zu vermeiden und die österreichischen Grundwerte zu schützen.
2:52 min
Die ÖVP-Abgeordnete befürwortet das Ziel, die Scharia in Österreich auszuschließen, lehnt aber die Art der Umsetzung durch die FPÖ ab. Sie plädiert für eine gründliche Prüfung im Ausschuss, um die Vereinbarkeit mit den österreichischen Grundwerten sicherzustellen.
Relevante Medienberichte
Diese Rohdaten werden von dem Open-Data Angebot des Österreichischen Parlaments bereitgestellt und sind nach CC-BY 4.0 lizenziert. Der zugehörige Eintrag auf der Parlamentsseite ist bei der Somes-Detailseite im Titel verlinkt.
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