Smart‑Meter‑Einführung in Österreich: Stand, Kosten und offene Probleme (2022‑2023)
abgestimmt am
21.05.2026
Zusammenfassung
Der Rechnungshof prüfte den Stand der österreichischen Smart‑Meter‑Einführung (Februar 2022 – März 2023) und stellte fest, dass das Ziel von 95 % Ausrollung bis 2019 um fünf Jahre verzögert ist. Bis Ende 2022 waren rund 67 % aller Zählpunkte mit Smart‑Meter ausgestattet, davon jedoch nur 58 % kommunikationsfähig. Technische Probleme (vor allem bei PLC), rechtliche Beschränkungen und unklare Kostenzuordnung behindern die erwarteten Nutzen für Endkunden und Netzbetreiber. Die Gesamtkosten der Einführungsphase belaufen sich auf ca. 2,18 Mrd. EUR – mehr als das Doppelte der ursprünglichen Schätzung.
einfache MehrheitXXVIII21.05.2026
Bericht
Haushaltskontrolle
Elektrizitätsindustrie
Schwerpunkte
Der Rechnungshof prüfte den Stand der Smart‑Meter‑Einführung von Februar 2022 bis März 2023 und stellte fest, dass das Ziel von 95 % Ausrollung bis Ende 2019 um fünf Jahre verzögert wurde.
Nur rund 58 % der installierten Geräte konnten Daten täglich an den Netzbetreiber übermitteln; ein großer Teil blieb nicht‑kommunikativ, weil die PLC‑Technologie häufig gestört war.
Die Kosten der Einführungsphase belaufen sich auf ca. 2,18 Mrd. EUR (Investitionen ≈ 1,78 Mrd. EUR, Betriebskosten ≈ 0,40 Mrd. EUR), mehr als das Doppelte der ursprünglichen Schätzung von 0,83 Mrd. EUR.
Rechtliche Vorgaben erlauben die Nutzung von Viertelstundenwerten nur bei ausdrücklicher Zustimmung des Kunden (Opt‑in) oder für zwingende Netz‑sicherheitsmaßnahmen, wodurch viele potenzielle Nutzenanwendungen blockiert sind.
Wolfgang Zanger bezeichnet den Smartmeter-Rollout als Milliardenflop, der die Stromkunden finanziell belastet. Er bemängelt technische Mängel sowie massive Eingriffe in die Privatsphäre durch detaillierte Verbrauchsprofile.
Harald Servus (ÖVP) erläutert die Vorteile von Smartmetern zur Steuerung des Stromverbrauchs. Er geht auf Kritik am Rollout ein, hebt aber das Sparpotenzial für Haushalte hervor und fordert europäische Technologie.
Diese Rohdaten werden von dem Open-Data Angebot des Österreichischen Parlaments bereitgestellt und sind nach CC-BY 4.0 lizenziert. Der zugehörige Eintrag auf der Parlamentsseite ist bei der Somes-Detailseite im Titel verlinkt.