Liquiditätskrise bei Wien Energie – Schwächen im Risikomanagement
abgestimmt am
21.05.2026
Zusammenfassung
Der Rechnungshof kritisiert das hohe Liquiditätsrisiko der Wien Energie, das durch verstärkten Börsenhandel entstand, und bemängelt unzureichende Aufsicht und Risikosteuerung. Nach dem August‑2022‑Liquiditätscrash wurden Verbesserungen eingeführt.
einfache MehrheitXXVIII21.05.2026
Bericht
Energie
Haushaltskontrolle
Schwerpunkte
Die Wien Energie verlegte ab Herbst 2021 den Großteil ihres Energiehandels an die Börse, wodurch das Liquiditätsrisiko stark anstieg.
Am 26. August 2022 führte ein extremer Strom‑ und Gaspreisanstieg zu einem Liquiditätsbedarf von rund 1,8 Mrd. EUR; die Wiener Stadtwerke stellten dafür Kredite und einen Kreditrahmen von bis zu 2 Mrd. EUR bereit.
Der Aufsichtsrat der Wien Energie hat das Liquiditätsrisiko nicht in die Top‑5‑Risiken aufgenommen und seine Überwachungsfunktion während der Krise nicht ausreichend intensiviert.
Das Risikomanagement wies systemische Schwächen auf (unzureichende Bewertung, fehlende Limits, verspätete Szenario‑Analysen) – erst im Juli 2022 wurden umfangreichere Analysen durchgeführt.
Der Abgeordnete kritisiert den Bericht zum Thema Wien Energie und spricht von zwei Skandalen: einer intransparenten Milliarden-Umschichtung durch den Wiener Bürgermeister und einem unterbesetzten Beteiligungsmanagement. Zudem wirft er der ÖVP vor, Themen beim Finanzministerium medial zu instrumentalisieren.
Angela Baumgartner (ÖVP) bezieht sich auf den Bericht des Rechnungshofes zu den Geschäften der Wien Energie im Jahr 2022. Sie betont, dass nicht Spekulationen, sondern mangelndes Risikomanagement und schwache Kontrollstrukturen die Probleme verursachten. Eine konsequente Umsetzung der Empfehlungen sei für die Sicherheit der Energieversorgung unerlässlich.
Diese Rohdaten werden von dem Open-Data Angebot des Österreichischen Parlaments bereitgestellt und sind nach CC-BY 4.0 lizenziert. Der zugehörige Eintrag auf der Parlamentsseite ist bei der Somes-Detailseite im Titel verlinkt.